Dr. Said-Khassan Abumuslimov

„Dass dem tschetschenischen Volk das Recht auf Selbstbestimmung verweigert wird, ist die grundlegendste Menschenrechtsverletzung. Alle anderen Menschenrechtsverletzungen sind eine Folge davon.“

Dr. Said-Khassan Abumuslimov wurde 1953 in Kasachstan geboren, wohin das tschetschenische Volk 1944 deportiert worden war. 1957, nach der Geheimrede Chruschtschows auf dem XX. Parteitag der KPdSU, kehrte seine Familie nach Tschetschenien zurück.

Dr. Abumuslimov studierte an der Lomonossow-Universität in Moskau Geschichte und Deutsche Sprache und schloss beide Studien 1981 ab. Seine Dissertation war geplant zu dem Thema: „Die deutsche bürgerliche Geschichtsschreibung der zwanziger und dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts“, doch der dazu notwendige Studienaufenthalt in Deutschland wurde ihm nicht genehmigt.

1990 verteidigte er seine Dissertation zu dem Thema: “Die landwirtschaftliche Entwicklung in Tschetscheno-Inguschetien vom 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts“. Von 1992 bis 1994 lehrte Dr. Abumuslimov an der Staatlichen Universität Grosny Geschichte.

1989 war Dr. Abumuslimov Mitbegründer der Gesellschaft „Bart“ (Einvernehmen), die sich für einen einheitlichen Status aller kaukasischen Sowjetrepubliken einsetzte, d. h. für die Aufhebung der Stalinschen Verfassung, die willkürlich für Tschetscheno-Inguschetien den Status einer Autonomen Republik mit weniger Rechten festgelegt hatte.

Ebenso war er Mitbegründer der Wainachisch-Demokratischen Partei Tschetscheno-Inguschetiens, die aus der Gesellschaft „Bart“ hervorging.

Dr. Abumuslimov war Delegierter des Allgemeinen Tschetschenischen Volkskongresses, der am 25. November 1990 die Unabhängigkeit Tschetscheniens deklarierte, und Mitautor der tschetschenischen Verfassung.

Von 1992 bis 1995 war er Mitglied der tschetschenischen Delegation für politische Gespräche mit Russland, dann stellvertretender Leiter und von Mai 1996 bis Februar 1997 Leiter der tschetschenischen Kommission für die Regelung des Verhältnisses zwischen Tschetschenien und Russland. Für diese Zeit wurde er zum Vizepräsident Tschetscheniens ernannt. Er blieb Mitglied der Kommission bis zu Beginn des zweiten Tschetschenienkrieges.

Im Oktober 1999 wurde Dr. Abumuslimov zum Berater für Auswärtige Politik und zum Bevollmächtigten des Präsidenten im Ausland ernannt und war in dieser Funktion Leiter der tschetschenischen Delegation für die Teilnahme am Summit der OSZE - Teilnehmerstaaten im November 1999 in Istanbul.

Im August 2000 bat er um Entlassung von allen staatlichen Funktionen, um sich ausschließlich der Erforschung der Verbrechen Russlands gegenüber dem tschetschenischen Volk und allen anderen kaukasischen Völkern zu widmen.

Seit 2003 lebt Dr. Said-Khassan Abumuslimov in Deutschland. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Forums für Internationale Sicherheit und der Deutsch-Kaukasischen Gesellschaft.

Veröffentlichungen:

Zahlreiche Interviews in Funk und Fernsehen;